Bär von Prichsenstadt

Deckrüde im RZV

Über mich


 

 

Am 02.12.1971 wurde ich als Försterstochter geboren. Die Liebe, der Respekt und die Achtung vor der Natur und zu den Tieren wurde mir so buchstäblich in die Wiege gelegt. Meine Kindheit war geprägt vom Umgang mit unzähligen Tieren aller Art. Immer wieder brachte mein Vater verwaiste Tierkinder mit nach Hause, die dann bei uns liebevoll aufgezogen wurden. Ganz besondere Zuneigung empfand ich jedoch schon als Kleinkind für unsere Hunde. Mein Vater, passionierter Jagdgebrauchshundeführer, Richter und Züchter teilt mit mir diese Leidenschaft bis heute.

 





Wie alles begann:

 

Im jugendlichen Alter von 15 Jahren (mittlerweile war ich Pferdebesitzerin) begegnete mir bei meinen Ausritten immer wieder eine streunende, verängstigte und abgemagerte Hovawart-Afghane-Mix Hündin. Sie lebte in unserem Dorf und bekam allem Anschein nach mehr Schläge als Futter. Unaufgefordert folgte der Hund mir immer wieder und wartete  oft stundenlang vor unserem Haus auf mich. Umso schlimmer, als für diesen wunderbaren Hund der Nachhauseweg zum Besitzer drohte. Dank meiner Mutter, die diese einzigartige Beziehung zwischen mir und diesem Hund erkannte, durfte „Senta“ im Alter von 2 Jahren bei uns einziehen und setzte sich so gegen den Willen meines Vaters durch.

Dies war der Beginn einer wunderbaren und einzigartigen Freundschaft. Senta begleitete mich durch meine gesamte Jugend. Wir bereisten viele Länder, Städte und das gesamte Leben mit allen Höhen und Tiefen. Ich durfte Senta bis über ihr 13tes  Lebensjahr hinaus an meiner Seite haben. Ein unvergesslicher Hund, wie man ihn nur einmal im Leben findet!

 

Azali dau al Gamar:


Der Tod und Verlust von Senta im Januar 2000 machte mich unendlich traurig. Doch es war klar – ohne Hund bin ich nur ein halber Mensch und so begann die Suche nach einem neuen Weggefährten. Bei der erfolglosen Suche nach dem „passenden Hund“ in Tierheimen, stellte ich fest, dass ich eigentlich auf der Suche nach Senta war. Da mir der Rasse Mix von Senta bekannt war, kam ich zur Überlegung:   Afghane oder Hovawart! Aus rein pragmatischen Gründen entschied ich mich für den orientalischen Windhund, den Sloughi. Dieser kommt dem Wesen des Afghanen sehr nahe, jedoch trägt der Sloughi eine schicke, pflegeleichte Kurzhaarfrisur.

Und so zog die kleine „Azali“ am 02.04.2000 im Alter von 8 Wochen bei mir ein. Inzwischen Sozialpädagogikstudentin, glaubte ich noch daran, entgegen allen kynologischen Erfahrungsberichten, auch eine kleine Orientalin mit viel Liebe und Konsequenz erziehen zu können. Azali lehrte mich anderes. Das Leben mit Azali war sehr abenteuerlich und aufregend. Schon als Junghund stellte sich ihre große Passion zur Jagd heraus. Sie war sozusagen „Diana  – Göttin der Jagd“. Mit Azali erlebte ich so viele unglaubliche Geschichten, die von Angst und Schrecken aber auch von Witz, Humor, Charme und außergewöhnlicher Intelligenz gekennzeichnet waren, dass hierfür eigentlich eine eigene Homepage nötig wäre.

 Azali war aber nicht nur für Abenteuer zu haben, schon bald stellten sich aufgrund ihres sicheren, sensiblen und liebenswerten Wesens ihre Qualitäten als Therapiehund heraus. Noch während meines Studiums, für „Tiere helfen Menschen“ im Altersheim unterwegs, begann mit meinem beruflichen Werdegang als Sozialpädagogin, der offizielle Start in die „Tiergestützte Pädagogik“ mit meiner Kollegin „Azali dau al Gamar“. Azali begleitete mich täglich ihr komplettes Leben lang, treu und selbstbewusst an meiner Seite. Sie lehrte mich, Grundsätze der Hundeerziehung neu zu überdenken und war bis ins Hohe Alter von 13,5 Jahren kerngesund. Am 10.06 2013 musste ich mich nach kurzer, aber schwerer Krankheit von Azali für immer verabschieden. Eine charismatische, ganz außergewöhnliche Hundepersönlichkeit, die im Himmel Petrus ganz gewiss auf Trab hält.




Ein Hovawart soll es sein

 

Nach dem Tod und schmerzenden Verlust von Azali folgte schon 4 Wochen später im Juli 2013 für mich der 2. Schicksalsschlag. Völlig unerwartet verstarb mein Vollblutaraber „Shoshun“ viel zu früh an einer schweren Kolik.  Auch Shoshun wurde  in meiner Arbeit als Therapiepferd eingesetzt. Seine Sensibilität und Sanftmut machten ihn trotz seines arabischen Temperaments und seiner Anmut zum zuverlässigen und sicheren Therapiepferd. Mit Azali und Shoshun verlor ich nicht nur meine treuen und einzigartigen arabischen Weggefährten, sondern zugleich meine Co-Therapeuten. Dies stellte ebenso für meine Arbeit einen großen Verlust dar.

Nachdem mir durch Azali bewusst wurde, dass ich nie mehr im Leben so viel Angst um einen Hund haben will, war bald klar: ein Hovawart sollte es sein! Häufig musste ich stundenlang nach ausgiebigen Jagderlebnistouren von Azali auf ihre Rückkehr warten. Immer mit der Sorge: Ist sie verletzt? Sehe ich sie jemals wieder?

Noch bis heute von Senta unvergessen angetan, erinnerte ich mich an ihre zweite genetische Hälfte – den Hovawart!

 

Und dann kam „Nathan – Bär von Prichsenstadt“


 

Nachdem ich mich als Windhundbesitzerin mit der Gebrauchshunderasse „Hovawart“ in der Literatur vertraut gemacht hatte, begann meine Suche nach dem „windhundartigem Typ“ der in einem Hovawartbuch der älteren Ausgabe beschrieben stand. Hier wurde von zwei Typen des Hovawarts berichtet, dem „derben Typ“ und dem eleganten „windhundartigen Typ“.

Sofort war klar – eine elegante Hovi-Hündin vom windhundartigen Typ sollte es sein! Die Suche begann…nur war kein windhundartiger Typ zu finden. Wir besuchten einige Züchter  des RZV`s in ganz Deutschland auf der  Suche nach einem kleinen eleganten Hovi-Mädchen.

Und dann kam alles ganz anders. Nach vielen  stundenlangen Fahrten trafen wir sozusagen vor unserer Haustür (50 km entfernt) auf den B-Wurf „von Prichsenstadt“. Bereits das Telefonat mit der Züchterin gestaltete sich sehr unproblematisch und so besuchten wir nur wenige Tage später den B-Wurf von Prichsenstadt im Alter von nur knapp 3 Wochen. Empfangen wurde ich von einer großen, schönen, imposanten Hündin, die uns freundlich begrüßte und mich sehr an meine Senta erinnerte. Ich beobachtete die Hündin in ihrem Verhalten und im  Umgang mit den Welpen. Sie war nicht nur schön, sondern überzeugte mich durch ihr ruhiges, sicheres und selbstbewusstes Wesen. Nur – wo war auch hier der windhundartige Typ?

Es waren 8 Welpen, 6 Jungs und 2 Mädchen. Relativ schnell war es klar, aus diesem Wurf, von dieser Hündin und dieser Züchterin wollte ich einen Welpen. Und zwar eine Hündin. Dann die Enttäuschung, die Mädchen waren bereits vergeben. Egal – alle Wünsche, Ideale und Vorstellungen über den Hovawart die ich bereits hatte – ich fühlte, hier bin ich richtig! Hier ist mein „Bär“ -  derber Rüde, statt windhundartige Hündin.

Und es war reines Gefühl und Herz, was mich inzwischen zur glücklichen Hovawartbesitzerin gemacht hat. Ich danke an dieser Stelle von ganzem Herzen meiner Züchterin Dr. Christel Kircher, die mir diesen wunderbaren Hund anvertraut hat, ihm eine tolle Kinderstube und Prägung zukommen ließ und somit den Grundstock für Nathans grandioses Wesen gelegt hat.